Reisetagebuch aus La Réunion

17. September 2018. Heute morgen fing die Schule um 7.25 Uhr an. Zuerst haben wir uns mal wieder mit « Küsschen links, Küsschen rechts » begrüßt. Dann hatten wir erstmal kurz Zeit, bis alle da waren (denn die Franzosen achten nicht immer auf die Zeit). Die Schule ist ganz anders als bei uns ; man fühlt sich wie « eingekesselt », innen ist der blumige Schulhof, umzu die Schule. Es ist alles ein bisschen strikter organisiert , z. B. gibt es sogar eine « Klamotten-Aufsicht » (bei uns wird aber eine Ausnahme gemacht:-)!). Als wir bereit waren, machten wir uns auf zum Rathaus und wurden herzlich empfangen, mit leckeren Häppchen ! Danach liefen wir am Meer entlang, zurück zur Schule. In dieser Pause ging die Post ab : Ich sag’s Euch – wir wurden von allen angeschaut, uns wurden haufenweise Fragen gestellt, teilweise haben wir sogar Deutsch mit den Kindern gesprochen, worauf sie sehr stolz waren. Alle hier sind sehr nett und offen ; so machten sie uns z.B. darauf aufmerksam, dass wir an bestimmten Plätzen aus Sicherheitsgründen lieber nicht sitzen sollten. Als die unendlich lange Pause dann ein Ende fand, starteten wir mit unserer Rallye. Diese führte uns zu einer anderen Ecke der Insel, welche schwarzen Sand hatte. Ich hatte Respekt vor dem Wasser, da es so unberechenbar aussah. Nach der Schule ging unsere Freundesclique noch zu einer gemütlichen Bar mit einem Imbiss. Dort saßen wir und haben die drei Regeln verfolgt, die uns Frau Schwake mitgegeben hatte : Lachen – Essen – Reden
Wir betrachteten den Sonnenuntergang und wurden nach und nach abgeholt.

Nach diesen ersten Tagen auf La Réunion sind wir vor allem von der Landschaft und der Freundlichkeit der Menschen beeindruckt. Das viele Laufen in der Sonne ist manchmal anstrengend. Lustig sind die Momente, in denen wir uns auf Französisch falsch ausdrücken und miteinander darüber lachen können.

(Tess und Laura)

18. September 2018. An diesem Tag sollten wir hauptsächlich an Wanderschuhe und an warme Klamotten denken, da der Vulkan weit oben in den Bergen liegt. Auch die Sonne war besonders stark und der Weg sehr lang, dennoch waren alle sehr enthusiastisch. Trotz der vielen scharfen Kuven auf dem Weg durch die karge Landschaft, ging es voran. Frei nach dem Motto – wo kein Verbotsschild ist, ist auch kein Verbot – fuhr uns der Bus bis auf die plaine des sables, obwohl bei einem Vulkanausbruch ansonsten die Straße für Reisebusse gesperrt wird. Den steinigen Wanderweg gingen wir von da an bis zum Ende, wo man schließlich mit dem Blick auf den Lava spuckenden Vulkan belohnt wurde. Dies war unser erstes (und wahrscheinlich einziges) Picknick mit Blick auf qualmende Lavawolken !
In Erinnerung bleiben wird uns diese einzigartige Landschaft, als wären wir auf einem anderen Planeten ! Wer hat schon die Chance, einmal einen aktiven Vulkan live zu erleben ?!?

(Miriam und Elina)

Heute haben wir eine Moschee besichtigt, die sich in Saint Paul befindet. Die Führung war sehr interessant und unser Guide (der Iman) hat uns zu einem sehr interessanten Einblick in die islamische Kultur verholfen.
Anschließend haben wir eine hinduistische Tempelanlage besichtigt. Die Anlage war größer als wir es erwartet haben. Es gab auch lebendige Pfauen, riesige Bäume und verschiedene Tempel für die Gottheiten. Wir waren sehr beeindruckt von der Offenheit und Freundlichkeit, die uns entgegengebracht wurde.

(Lilli und Lena)

Als wir mit dem Bus an der Zuckerrohrfabrik sucrerie du gol angekommen waren , sind wir als erstes zu kleinen Holzhäusern gegangen , von denen das eine eine « BoutiK » war, in der man Produkte aus Zuckerrohr kaufen konnte, während das andere eine Aufenthaltshütte war, in der unter anderem ein kleiner Erklär-Film  abgespielt wurde. Da es in der Fabrik sehr laut war bekamen unsere Lehrer Tongeräte und wir kleine Geräte zum Umhängen. So konnten die Lehrer ohne Missverständnisse übersetzen was die Führerin uns sagte. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf und gingen mit zeitlichen Abständen in die Fabrik. Erst wurde uns erklärt, wie das Zuckerrohr von vielen LKWs auf der ganzen Insel angeliefert wird. Danach erklärte unsere Führerin wie das Zuckerrohr gepresst wird, um einen Saft zu gewinnen, der unter anderem auch in Zuckerrübensirup verwendet wird . Diesen Saft durften wir dann auch probieren. Wir sahen viele weitere Prozesse, in denen unter anderem das Zuckerrohr gekocht und erneut gepresst wurde. Nachdem wir an der letzten Station angekommen waren, durften wir den fertigen Zucker mit verschiedenen Süßungsstufen probieren. Während der erste wie normaler Zucker schmeckte, hat der vierte eher bitter-süßlich geschmeckt. Nach der Fabrik konnten wir uns noch kurz etwas in der BoutiK kaufen und etwas essen. Danach ging es zu einem sehr schönen Strand zum Picknick und dann fuhren wir wieder zurück.

(Fynn und Mattea)

Wir sind heute auf einen Berg bei Roch Vert Bouteillegewandert ; man musste laufen, klettern und springen. Die Aussicht war einfach atemberaubend, nur wer Höhenangst hatte, kam dabei sehr an seine Grenzen. Der anschließende Marktbummel war gemütlich und entspannend. Dort gab es verschiedene Früchte, schöne Souvenirs und Klamotten. Lilli hat eine ganze Chillischote gegessen ; die Jungs konnten etwa die Hälfte davon ertragen.

(Marie und Vanessa)

24.09.2018. Wir sind in das Bergdorf Hellbourg gefahren und haben dort die maison folio  besucht. Die maison folio  ist eine typisch kreolische Villa mit einem botanischen Garten. Dort haben wir etwas über die Vergangenheit des Dorfes und über kreolische Kultur gelernt. Es war interessant zu erfahren, dass zu Zeiten der Sklaverei die damaligen Sklaven in das Dorf geflohen sind, um Schutz zu suchen. Die Besitzerin hat uns ihre zwei Schildkröten halten lassen und alle wollten Fotos mit ihnen machen. Als ich die kleinere der beiden Schildkröten auf dem Arm hatte, hat sie einfach angefangen ihr großes Geschäft zu verrichten – zum Glück nicht auf mich ! Anschließend hatten wir Zeit, Hellbourg zu erkunden.

(Angelique)

Das Essen auf La Réunion ist vielfältig. Die Küche ist von französischen, madegassischen, chinesischen und indischen Einflüssen geprägt. Vieles wird auch sehr scharf gewürzt, z.B. mit piment, was sehr beliebt ist. Oft wirkt das Essen zunächst recht trocken, wird dann aber z.B. durch eine Linsen-Soße angereichert. Auch gibt es hier leckere verschiedene Früchte, welche man auf dem wöchentlichen Markt finden kann. So gibt es z.B. eine bestimmte Sorte kleiner Ananas, die viele von uns sehr gerne mögen. Man kann sich auf dem Markt z.B. auch eine Kokosnuss kaufen ; diese wird dann aufgeschlagen, sodass man daraus trinken kann. Es gibt dort auch viele Trockenfrüchte, die angenehm gesüßt sind : Litschi, gelbe Kiwi, Mango, Melone und vieles mehr…
Die typisch reunionesischen Gerichte werden eigentlich immer mit Reis serviert, wie beispielsweiseRougaille Saucisse, ein exotisch gewürztes Würstchengericht.

(Julia H.)

25.09.2018 : Auf der Vanilleplantage von Sainte Suzanne haben wir zuerst einen Film über die Herstellung von Vanille gesehen. Danach haben wir uns die einzelnen Schritte der Herstellung angesehen und uns wurde alles deutlich erklärt. Uns hat beeindruckt, dass die komplette Vanilleherstellung per Hand gemacht wird, inklusive der Bestäubung. Die Dauer der Führung war angemessen, sodass wir danach in den Shop gehen konnten. Gegen 11.00 Uhr sind wir zu einem kleinen Park gefahren, um eine Mittagspause zu machen. Auf dem Rückweg gab es eine weitere Pause, bei der wir einen kleinen Spaziergang machen konnten. Leider konnten wir nicht mehr zum Wasserfall fahren, da unser Bus zu groß war, hatten dafür aber eine entspannte Pause.

(Sandra und Danisha)

26.09.2018 : Am Mittwoch waren wir mit im Unterricht. Wir haben gesehen, wie der Unterricht hier abläuft und welche Unterschiede es zum Unterricht an unserer Schule gibt. Wir fanden es ungewohnt und komisch, dass viele Schüler sich nicht gemeldet haben und ihre Anworten einfach reingerufen haben.

(Swantje und Imke)

27.09.2018 : Wir liefen einen zweistündigen Marsch zum Einkaufszentrum Savannah. Nach dem Einkaufen trafen wir uns wieder und machten eine kleine Wanderung – Tour des Roches. Dabei liefen wir eine wenig befahrene Straße entlang. Wir trafen auf einen kleinen Fluss und konnten dort baden. Wir probten dort auch für unseren Abschlussabend. Während der Wanderung konnten wir beobachten, wie ein Mann auf eine Palme kletterte und Kokosnüsse erntete. Das Wetter war angenehm, wir konnten die tropische Landschaft sehr genießen. Während einer Pause freundeten wir uns mit einem streunenden Hund an. Dann gingen wir die Straßen entlang in Richtung Saint Paul, wo wir erneut Freizeit am Strand hatten.

(Tom und Alexandru)

2018-10-12T18:00:08+00:00