9088 Kilometer Luftlinie. Das ist die Entfernung, die die 16-jährige Madita Haßfurther für ein Jahr von ihrer Familie entfernt lebt, denn Madita verbringt ein Auslandsjahr in Japan, ermöglicht vom Rotary Club. Am 5. August begann für sie mit 28 Kilo Gepäck eine außergewöhnliche Reise. Eine neue Kultur, Sprache und viele spannende Eindrücke warteten auf sie.

Genau dies waren auch die Gründe, weshalb sie sich dazu entschied, ein Jahr im Ausland zu verbringen. „Die Chance, so einen Austausch zu machen, bekommt man wahrscheinlich nie wieder. Oft stellt man sich die Frage, wie wohl andere Menschen auf dem anderem Teil der Welt leben. Ich denke, ein Auslandsjahr ist der beste Weg, um sich das selber zu beantworten“, sagt Madita. Zurzeit lebt sie bei einer Gastfamilie, die in einem altem Haus mit Garten mitten in Kawasaki lebt. Die Gastfamilie hat drei erwachsene Kinder, die schon Kinder haben und woanders leben. Trotzdem würden die Kinder sie sehr oft besuchen kommen und Ausflüge mit ihnen unternehmen. Alle drei Monate wird Madita die Gastfamilien wechseln.

An die Sprache hat sich die Schülerin des Braker Gymnasiums mittlerweile gewöhnt. „Ich verstehe die Sprache immer besser und auch die Leute um mich herum sagen, dass mein Japanisch immer besser wird.“ Witzig sei es, wenn japanische Schüler auf sie zukommen und fragen, ob sie, weil sie aus Deutschland kommen würde, auch Deutsch sprechen könne.

Natürlich muss Madita Haßfurther wie alle anderen zur Schule gehen. Vergleicht man das japanische mit dem deutschen Schulsystem, dann wird man feststellen, dass es sehr viele Unterschiede gibt. Sich täglich Bekleidung für die Schule aussuchen, muss die Oberhammelwarderin in Japan nicht, da die Schülerinnen und Schüler eine Schuluniform tragen. Der Unterricht beginnt etwas später als in Deutschland, nämlich um 8.30 Uhr, und endet um 16 Uhr. Danach gehen die Schüler in sogenannte „Clubs“, in denen sie beispielsweise kochen, zeichnen oder Sport treiben können. Diese dauern dann bis 18 oder 19 Uhr oder noch länger.

Karaoke singen, mit neu gewonnenen Freunden essen gehen oder Ausflüge in größere Städte machen, gehört in Japan zu den Freizeitbeschäftigungen junger Leute. Das Besuchen größerer Städte ist für die Austauschschülerin kein Problem. „Tokyo und Yokohama sind nur ein paar Stationen mit dem Zug entfernt. Deswegen sind wir da auch öfter mal“, berichtet Madita. Aber auch in Kawasaki könne man viel machen, da es sich um eine große Stadt handelt.

Auch die japanische Küche gefällt ihr sehr gut. Sie betont, dass ihr wirklich alles sehr gut schmecke, aber das Essen ihrer Gastmutter sei einfach „das Beste“.

Auch wenn sie die typischen Stadtfeste aus der Heimat, die es in Japan nicht gibt, sowie Freunde und Familie etwas vermisse, sei bis jetzt noch kein Heimweh aufgekommen. Bevor sie im Juli 2020 wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückkehrt, wird ihre große Schwester sie im nächsten Jahr in Japan noch besuchen kommen.

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