„Hin und weg“ vom neuen Buchprojekt

Reinhard Rakow aus Berne hat schon viele Buch-Projekte initiiert. Jetzt hat er ein weiteres auf den Weg gebracht, und in diesem Fall kommt er aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. „Ich bin hin und weg. Das ist gelebte Inklusion“, sagt Rakow über das Engagement der Beteiligten.

Schülerinnen und Schüler der Pestalozzi-Förderschule sowie des Braker Gymnasiums verfassen gemeinsam einen Roman, aus dem später auch noch ein Theaterstück werden soll. Außerdem arbeitet eine Gruppe von Gymnasiasten an einer Ausstellung und Dokumentation über den Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827) sowie über das Thema Inklusion. In dieser Woche ist für das ehrgeizige Projekt der Startschuss gefallen. Am Donnerstag fand in der Pestalozzischule der erste von drei geplanten Schreibtagen statt.

Reinhard Rakow ist der Organisator der Berner Bücherwochen. Innerhalb derer war 2013 bereits das Buch „Trotz alledem – Zwischen Kuschelbär und Liebesglück“ erschienen, das Pestalozzischüler geschrieben hatten. Achtklässler des Gymnasiums hatten dabei als Schreibpaten fungiert. Die NWZ  hatte im Dezember darüber berichtet, dass die beiden Schulen ihre Kooperation ausbauen wollen. Dieser Artikel habe ihn dazu veranlasst, das neue Buchprojekt anzuschieben, sagt Rakow.

Mit im Boot sitzt Alfred Büngen, in dessen Geest-Verlag bereits „Zwischen Kuschelbär und Liebesglück“ erschienen war. Die Premiere des neuen Buches ist für den 20. Juli geplant. Im November soll das Theaterstück über die Bühne gehen, das auf Grundlage des Romans entstehen wird. Ebenfalls im November sind im Rahmen des Projekts zudem noch zwei Konzerte der mehrfach mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichneten Bremer Gruppe Die Grenzgänger geplant – ein gewaltiges Programm also, das sich Rakow zusammen mit den beiden Schulen vorgenommen hat.

Eingebunden in dieses Projekt sind 18 Neuntklässler der Pestalozzischule und rund 60 Achtklässler des Gymnasiums. Letztere beteiligen sich jeweils zur Hälfte am Schreiben des Romans und an der Recherche für die Ausstellung und Dokumentation.

Wie stellen es fast 50 Schülerinnen und Schüler an, gemeinsam ein Buch zu schreiben? In einem ersten Schritt haben sie zwölf Charaktere entwickelt, die die Protagonisten des Romans darstellen. In Kleingruppen sind die Jugendlichen nun damit beschäftigt, den Charakteren literarisches Leben einzuhausen und einzelne Handlungsstränge zu entwickeln. Jede Gruppe hat einen Kommunikationsbeauftragten ernannt, dessen Aufgabe es ist, sich darüber zu informieren, was die anderen Gruppen entwickeln. Damit soll verhindert werden, dass die Handlungsstränge in allzu verschiedene Richtungen abdriften und dann später nicht mehr zusammenzuführen sind.

Den groben Handlungsrahmen hat Büngen vorgegeben: Die zwölf jugendlichen Protagonisten des Romans sind mit ihren Freizeitmöglichkeiten unzufrieden und wollen daran etwas ändern. Ihr Ziel könnte es sein, ein Jugendzentrum zu fordern. Deshalb trägt der Roman auch den Arbeitstitel „Das ist unser Haus“. Ob der am Ende bestehen bleibt, ist indes ungewiss. Denn schon nach dem ersten Schreibtag haben die Figuren so viel Eigenleben entwickelt, dass das Romanfinale auch in eine ganz andere Richtung gehen könnte.

Bild-und Artikelnachweis: nwzonline.de

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