Zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs in Winnenden am 11. März 2009 fand auch in diesem Schuljahr wieder eine Gedenkveranstaltung am Gymnasium Brake statt. Die Klasse 10b hatte mit ihrer Religionslehrerin Frau Vollrath-Neu die Organisation übernommen und einerseits 3 unterschiedliche Kurzworkshops für Mitschülerinnen und Mitschüler aus dem 8. Schuljahrgang vorbereitet, den die Achtklässler im Laufe des Schulvormittags durchliefen und andererseits eine Gedenkstunde geplant, die traditionell am Friedensmonument abgehalten wurde.

Dabei stand der Gedanke der Prävention stets im Vordergrund, also die Frage,wie sich eine solche schreckliche Tat in Zukunft verhindern lassen könnte. Welche Rolle haben Schulen dabei und welche Aufgabe hat jeder Einzelne von uns in einer Zivilgesellschaft und -gemeinschaft? Die Schüler bereiteten Informationen zu den Opfern und zum Täter gewissenhaft auf und stießen auch eine moralisch anspruchsvolle Diskussion der Opferrolle an, ohne die Frage nach der Schuld für die Geschehnisse in Winnenden zu verwaschen. Die gewonnenen Erkenntnisse und Einsichten in diese hochkomplexen und hochschwierigen Themenbereiche gaben die Zehntklässler an ihre jüngeren Mitschüler weiter. Dazu dienten u.a. Rollenspiele und Begriffssammlungen, die die Schülerinnen und Schüler vorbereitet hatten.

“Mobbing verändert Menschen”, resümierte Rieke aus der 10b als eine der zentralen Einsicht nach der Veranstaltung. Es sei immens wichtig “das Innere seiner Mitmenschen zu sehen und nicht nur auf das Äußere zu schauen”.

Die zentrale Gedenkveranstaltung für Schüler und Lehrkräfte lud im Anschluss zum Innehalten und zur Reflexion ein. In kraftvollen und bewegenden Reden wurden die Geschehnisse aufbereitet und immer wieder auf den Kern der präventiven Arbeit gelenkt: das Miteinander in den Vordergrund zu stellen, Ausgrenzung nicht zuzulassen, das Zusammenleben zu fördern, Verhalten zu spiegeln und Zivilcourage zu fordern und zu fördern.  “Es war ein emotionaler und bewegender Tag.”, sagte Sören aus der 10b im Anschluss an die Gedenkveranstaltung.  “Der Gedenktag sollte in jedem Fall wiederholt werden. Ein Tag wie dieser erlaubt eine intensive Auseinandersetzung mit diesen schwierigen Themen.”

Die Ergebnisse des Tages sollen auf Plakaten zusammengefasst und in der Agora aufgehängt werden. damit sie für die Schulöffentlichkeit sichtbar bleiben.

Bild- und Artikelnachweis: Frau Focke – Online-Redaktion