Aktionstag Internet (Jg.5) und Workshops mit smiley e.V. (Jg.6) fördern Medienkompetenz – Förderverein trägt Kosten.

Selten liefen so viele Schüler mit Tablets in den Händen durch die Agora des Gymnasiums Brake, wie am vergangenen Dienstag. Grund dafür war der Aktionstag Internet der Landesmedienanstalt Niedersachsen, der zum wiederholten Mal an der Schule stattfand. Die Aktion soll Fünft- und Sechstklässlern einen sicheren Umgang mit dem Internet im Allgemeinen und Smartphones im Besonderen zeigen.

„Wir wissen, dass unsere Arbeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Aber es ist ein wichtiger Tropfen“, erklärt Hermann Böhm, Creaclic-Gründer und Geschäftsführer. Gemeinsam mit Praktikantin Franziska Brouwer hat er für einen Tag die Leitung in Klasse 5a des Gymnasium Brake übernommen. Ihr Ziel: Die Schüler sollen ein Gespür für Internetsicherheit und Cybermobbing entwickeln. Ein Problem, mit dem sich Kinder in der heutigen Zeit immer früher konfrontiert sehen.

Langweiliger Frontalunterricht fällt dabei aus. Vielmehr sollen die Schüler sich selbst einbringen und dürfen auch von eigenen Erfahrungen mit Mobbing berichten – wenn auch nur kurz. „Sie sind super dabei, stellen viele Fragen und erzählen auch viel“, freut sich Klassenlehrer Patrick Bischoff. Deshalb sei es ihm wichtig, das Thema Mobbing auch nach dem Aktionstag immer mal wieder im Unterricht zu behandeln.

Und die Schüler sind voll bei der Sache. Normalerweise ist es gerade zu Beginn der letzten Stunde im Klassenraum laut und chaotisch. Die Schüler denken nur noch an den Schulschluss. Doch Hermann Böhm und Franziska Brouwer haben das Interesse der 24 Fünftklässler geweckt. Stolz wollen diese ihre selbst erarbeiteten Ergebnisse präsentieren – kreative Comics, die sie in Gruppenarbeit erarbeitet und am Tablet gestaltet haben.

Besonders viel Mühe gegeben haben sich dabei Marika, Jan, Luis, Daniel, Hanna und Jantje. In ihrer selbstausgedachten Fotogeschichte stolpert Marika, fällt zu Boden und wird dabei von Jan und Luis mit dem Smartphone fotografiert.

Das Bild landet im Internet, Marika wird zum Gespött ihrer Klassenkameraden. Erst ein klärendes Gespräch mit Marikas Mutter und den beiden Jungs lässt das Mobbing aufhören. „Der Tag hat mir richtig viel Spaß gemacht“, verrät Hanna. Auch ihre Mitschüler sind begeistert. „Ich würde in Echt nie jemanden mobben“, erklärt Jake und auch Judy ist sich sicher: „Wenn jemand gemobbt wird, greife ich ein.“

Dass sich auch jüngere Schüler immer früher mit Cybermobbing konfrontiert sehen, hängt unter anderem mit dem früheren Besitz eines eigenen Smartphones zusammen. Lediglich drei der 24 Fünftklässler besitzen noch kein eigenes Smartphone. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch in Klasse 6b ab. Dort erarbeitete Jonas Schweden im Rahmen des Smiley-Workshops gemeinsam mit den Schülern Regeln für die Smartphone-App WhatsApp. „Wir haben unter anderem gelernt, was man machen muss, wenn im Internet ein peinliches Bild von einem auftaucht“, erklärt Victoria. Wichtig sei es, die Eltern zu verständigen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Bild- und Artikelnachweis: nwzonline.de

Wir danken dem Verein der Eltern und Freunde e.V. für die finanzielle Förderung der Workshops!

2018-10-24T10:59:22+00:00