Warum in die Ferne schweifen…?

Ungewohnte und doch irgendwie vertraute Gesichter im Klassenzimmer. Irgendwoher kenne ich den doch? Ach ja, hat der nicht letztes Jahr Abi gemacht? Tobias Wylega (18), Abiturient des Jahrganges 2016 und jetzt in der Ausbildung zum Fachinformatiker, schmunzelt. Nur zu vertraut ist ihm die Situation, in der sich die knapp 40 Schülerinnen und Schüler des 11. und 12. Jahrganges auf den Sitzplätzen vor ihm befinden. Deren anstehende Entscheidung für Ausbildung oder Studium, kann er nur zu gut nachvollziehen. Er hat seinen Weg gefunden und dazu innerhalb der Region, gleich hier in Brake, bei L.I.T.

Auf Einladung von Peter van Mark, am Gymnasium Brake verantwortlich für Studien- und Berufsorientierung, referierte am Montag (13.02.2017) Astrid Jonat, die als Ausbildungsleiterin im Personalmanagement bei der Braker Firma L.I.T. (Logistik, Information, Transport) tätig ist, zusammen mit Tobias Wylega und Fabienne Wessels (18) zu den Themen Bewerbung, Vorstellungsgespräch und Berufseinstiegsphase, um die angehenden Abiturienten bei deren Berufswahl zu unterstützen.

Ausbildungsleiterin Jonat informierte darüber, dass Bewerbungen heutzutage überwiegend in elektronischer Form eingereicht werden, ein persönlich verfasstes Anschreiben beinhalten sowie mit Alleinstellungsmerkmalen versehen sein sollten. Dies können ausgefallene Hobbies mit Bezug zur angestrebten Tätigkeit sein oder plausible Begründungen, warum es zwar bei Literaturinterpretationen nur für eine Vier in Englisch gereicht hat, der/die Bewerber/in aber dennoch für die Stelle geeignet ist. Bei den Vorstellungsgesprächen solle man zudem über aktuelle politische Themen informiert sein, regional wie international, da z.B. Themen wie das Freihandelsabkommen (TTIP) oder eine Erhöhung der Autobahnmaut viele Firmen betreffen, so auch das Logistik und Transportunternehmen L.I.T. Darüber hinaus erwarten Personalverantwortliche bei den Bewerbern Kenntnisse über das Unternehmen, etwa zu Dienstleistungen, Mitarbeiterzahlen und Standorten. Auch zu den klassischen Problembereichen von Abiturienten bei Einstellungstests, der Prozentrechnung, dem Dreisatz oder der Zinsrechnung, wusste die Ausbildungsleiterin Rat: Diese Bereiche müssten im Selbststudium vertieft werden, sie seien für kaufmännische Berufe unerlässlich. Viele Unternehmen der Region bieten zahlreiche Ausbildungsberufe im gewerblichen und kaufmännischen Bereich sowie das Duale Studium an, welches bei L.I.T im Bereich Logistikmanagement abgeleistet werden kann. Hierbei werden Berufsausbildung und Studium kombiniert, was allerdings eine hohe Belastbarkeit, ausgeprägtes Organisationsvermögen sowie ein überdurchschnittliches Abitur voraussetzt.

Die angehende Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung, Fabienne Wessels (18), ebenso ehemalige Gymnasiastin, ergänzte mit einer Vorstellung ihres Ausbildungsganges. Für leichte Unruhe bei den Zuhörern sorgte die Aussage, dass insbesondere die Beherrschung der englischen Sprache unerlässlich sei, da Kommunikation und Korrespondenz mit internationalen Kunden und Mitarbeitern in englischer Sprache stattfinde.

Anschließend informierte Astrid Jonat über die 1988 gegründete Unternehmensgruppe L.I.T. mit Hauptsitz in Brake, die heute rund 1600 Mitarbeiter an 29 Standorten in ganz Europa beschäftigt und aus den Bereichen Spedition, Cargo, Lager und Logistik besteht und im Jahr 2015 einen Umsatz von 225 Mio. € erzielte. In 28 Jahren hat L.I.T. bereits 300 Auszubildende ausgebildet, davon aktuell 54, wobei mehr als die Hälfte heute noch bei dem Braker Unternehmen beschäftigt sind. „Wir bieten bei entsprechender Leistung eine Übernahmegarantie“, so die Ausbildungsleiterin.

„Damit ist das Braker Unternehmen ein gelungenes Beispiel dafür, jungen Menschen moderne Ausbildungskonzepte mit anschließender Beschäftigungsperspektive in der Wesermarsch zu bieten und damit langfristig an die Region zu binden“, urteilt Peter van Mark.

Bild- und Artikelnachweis: Herr van Mark

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