
(Bild und Artikel: Simone Wiegand, NWZonline)
Staatstheater zeigt Goethes „Faust“ in hoch- und niederdeutscher Sprache.Michael Uhl führt Regie. Es spielen Mitglieder der August-Hinrichs-Bühne und Gäste.
Oldenburg - Man kennt Goethes „Faust“, denn die berühmte Tragödie ist brillant, universal, Schulstoff sowieso. Doch was, wenn Landarzt Dr. Faust Platt spricht? Und wenn Mephisto als teuflische Frau daherkommt? Antworten darauf gibt es in dem niederdeutschen Schauspiel „Faust“, das das Staatstheater (mit hochdeutschen Anteilen zu Beginn) im Kleinen Haus zeigt. Die niederdeutsche Fassung stammt von Friedrich Hans Schaefer.
Michael Uhl, leitender Regisseur des Niederdeutschen Schauspiels am Staatstheater, erklärt es so: „Über die niederdeutsche Sprache kehren wir zurück zu unseren Wurzeln, zu Glück und Geborgenheit. Nach all dem sehnt sich Faust. Er spricht zu Beginn Hochdeutsch. Von Mephisto lässt er sich verführen, wieder Platt zu sprechen.“
Uhl holt den gelehrten Wissenschaftler Faust raus aus seiner Studierstube, hinein in eine Arztpraxis auf dem Land. Hier hadert Dr. Heinrich Faust mit sich und der Welt, kann – trotz gigantischer Wissenssammlungen wie Wikipedia – die großen Lebensfragen nicht beantworten. Nur allzu gern lässt sich Faust von Mephisto verführen, einer teuflischen Frau, die Jungbrunnen ist und Rock´n´Roll-Bruder. Sie nimmt ihn mit ins Paradies, das getragen wird von der niederdeutschen Sprache.
Konsequent übersetzt Uhl Goethes „Faust“ in das Hier und Jetzt, interpretiert He-xenküche und Auerbachs Keller neu. In rasanten 80 Minuten will er vom Pakt zwischen Gott und Teufel in klaren Bildern erzählen – modern, mit Hilfe von Video und Rockabilly.
Margarete ist in seiner Inszenierung eine heutige Heranwachsende: „Wir haben das große Glück, dass die AHB über drei Generationen von Schauspielern verfügt. Juliana Maack ist jung. Sie macht gerade Abitur und ist ganz nah dran an Gretchen.“
Die Rolle des Faust hat Rainer Behrends inne, Spielleiter am Niederdeutschen Theater Neuenburg. Als Mephisto ist Annie Heger zu sehen, Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin und plattdeutsche Muttersprachlerin. Patienten, Hexen und Soldaten verkörpert ein Sprechchor mit Daria Eggers, Birgit Heim, Annika Printz, Nina Walkenhorst, Finn Lakeberg, Clemens Larisch und Tobias Scholz.



