
(Bild und Artikel: Jantje Ziegeler, NWZonline)
Brake - Um Lehrkräfte bei der Vermittlung von Verbraucherkompetenz zu unterstützen, hat die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) den sogenannten Materialkompass Verbraucherbildung im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entwickelt (NWZ berichtete). Bei diesem Online-Angebot finden Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II von einem Expertenteam bewertete Materialien zur Verbraucherbildung.
Beurteilung von Angeboten
Hintergrund: „Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt das nötige Rüstzeug, um Angebote einschätzen und vergleichen zu können. Dabei sind sie die Verbraucher von morgen. Verbraucherthemen wie gesunde Ernährung, der richtige Umgang mit Geld oder das verantwortungsbewusste Surfen im Internet stehen bislang an den Schulen zu selten auf dem Stundenplan“, so Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und vzbv-Vorstand Gerd Billen (Quelle: www.verbraucherkompetenz.de).
Eine Woche ist seit der Vorstellung des neuen Online-Angebots vergangen – hat sich der Kompass bereits seinen Weg zu den Braker Schule gebahnt? „Grundsätzlich finde ich die Idee gut“, meint Siliva Warns, Pressesprecherin des Gymnasiums Brake, „das ist aber nichts, was man mal eben so machen kann, zumal der Lehrplan ohnehin schon immer sehr voll ist. Daraus müsste man ein Projekt machen, eine Projektwoche oder -tage“, schlägt Warns vor. „Am besten ist es aber, wenn dafür ausgebildete Leute an die Schule kommen. Wenn ich mich selbst in das Thema einlese, bin ich hinterher trotzdem niemand, der das gut kann.“
Info erreicht Schulen nicht
PC-Arbeit und wie man sicher im Netz unterwegs ist, werde am Gymnasium zwar bereits thematisiert, aber Themen wie zum Beispiel Girokonten oder Handy-Verträge stünden bisher nicht auf dem Lehrplan. Daher ist Warns durchaus aufgeschlossen gegenüber dem neuen Angebot. Doch hinderlich ist an der ganzen Sache vor allem eines: „Woher soll man davon wissen?“, kritisiert Warns und spielt damit auf die Tatsache an, dass das Wissen um den Materialkompass an die Schulen bisher nicht herangetragen worden sei.
Genauso sieht es an der Haupt- und Realschule (HRS) Brake aus: Durch die NWZ erfährt die Schule zum ersten Mal von dem Angebot. „Wie soll es denn bei uns ankommen, wenn niemand Bescheid sagt?“, so Andrea Bethke, die sich das Thema Verbraucherbildung indes sehr gut an der HRS vorstellen könnte. Bisher werde das Thema teilweise im Unterricht behandelt: „In Wirtschaft lernen die Schüler, wie man zum Beispiel eine Überweisung überhaupt ausführt. In der Theorie ist das alles noch realitätsfern – wenn von ihren eigenen Konten plötzlich Geld abgeht, ist das natürlich etwas ganz anderes“, so Bethke, die sich für „ansprechendes Material“ auf dem Bereich der Verbraucherbildung ausspricht.
















