
(Bild und Artikel: Anne Lea Müller, NWZonline)
Holger Gerdes unterrichtet zeitgemäß mit modernen Materialien. Die Lieder selbst zu spielen, macht den Schülern Spaß. Manche haben bereits angefangen, ein Instrument zu erlernen.
Brake - „Guten Morgen, Herr Gerdes!“ Die Schüler der Klasse 5e des Braker Gymnasiums begrüßen im Chor ihren Musiklehrer, als dieser den Raum betritt. Damit kann die Stunde beginnen.
Die Aufgabe dieser Musikstunde ist es, über das Gehör das Kinderlied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ einzustudieren. Dies soll mit Hilfe der Boomwhackers geschehen. Das sind unterschiedlich große, farbige Kunststoffrohre, die jeweils einen Stammton hervorbringen. Die Noten sollen die Schüler dann in Notenschrift festhalten und schließlich auf einem Tasteninstrument spielen.
Bevor die Klasse sich jedoch in Gruppen aufteilt, fragt der Lehrer nach dem Lieblingslied eines Schülers. Schon stimmt Holger Gerdes an dem prächtigen Flügel das Lied „Das Beste“ von der Band Silbermond an, und 30 Kinderstimmen singen das Liebeslied vollkommen auswendig mit. Kein Wunder, denn sie haben es auf der Kennenlernfahrt am Anfang der fünften Klasse einstudiert.
In kleinen Kreisen sitzen die Fünftklässler nun auf dem Boden des Forums. Gemeinsam gehen die Schüler immer wieder das Lied durch, singen es vor sich hin, um die richtigen Noten zu finden. Die Boomwhacker, die durch das Schlagen auf einen Gegenstand ihren Ton erzeugen, werden mit voller Kraft auf den Boden gehauen. Das Schwierige daran ist, dass man sich durchgehend konzentrieren muss, um genau im richtigen Moment zu reagieren.
„Zum vierten Mal spielen wir mit den Boomwhackers, das ist cool“, findet die elfjährige Michelle Dobrowol. Auch ihrem Mitschüler Dennis Malina gefällt es, mit den außergewöhnlichen Instrumenten zu musizieren: „Es macht Spaß, die Lieder selbst zu spielen.“
Nach der Pause werden die selbst erarbeiteten Noten auf dem Keyboard gespielt. „Die Schüler müssen sich zunächst in einer Gruppe arrangieren, in der sie sich gegenseitig unterstützen, um zu einem Ergebnis zu kommen. Durch das gemeinsame Erarbeiten der Noten sind sie am Ende in der Lage, die Noten des Liedes eigenständig zu verarbeiten, zum Beispiel an einem Keyboard. Dabei lernen die Schüler gleichzeitig das Umsetzen vom Notenbild auf Tastatur“, beschreibt der Gymnasiallehrer, was er an dieser Lernweise schätzt.
Neben den Boomwhackers und den Keyboards haben die Schüler auch schon Gitarre gespielt. Musiklehrer Holger Gerdes will damit den Kindern die Musik nahe bringen. Er will ihnen zeigen, dass es neben Computerspielen genauso viel Spaß machen kann, Musik zu machen. „Ich finde es schade, dass immer weniger Kinder ein Instrument erlernen, obwohl das Angebot in den vergangenen Jahren gewachsen ist“, sagt Gerdes. Nachdem er seinen Schülern verschiedene Instrumente vorgestellt hat, sind mehrere auf den Geschmack gekommen und haben angefangen, ein Instrument zu erlernen.





