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Einsetzen für ein besseres Miteinander

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Keri und ihre Mitschüler dürfen sich nun Busbegleiter nennen.icon_lupe (Bild und Artikel: Lars Herrmann, NWZonline)

 

 

 

22 Jugendliche sollen künftig im Konfliktfall einschreiten – Ausbildung dauert 15 Stunden. Das Projekt lief andernorts erfolgreich. Die Braker Schüler sind die ersten im Verkehrsverband Bremen/Niedersachsen.

Brake - Viele Kinder kennen die Ärgernisse: Gedränge vor und im Schulbus; zu wenig Sitzgelegenheiten, weil die Älteren Plätze blockieren, oder jemand verpasst den Ausstieg an seiner Haltestelle, weil ihm der Weg versperrt wird. Neun Schüler der Haupt- und Realschule, acht des Gymnasiums sowie fünf der Berufsbildenden Schulen dürfen sich ab sofort Schulbusbegleiter nennen und sollen in diesen Situationen eingreifen. Sie erhielten ein entsprechendes Zertifikat, einen Ausweis und als Dankeschön ein Jugend- und Freizeitticket für einen Monat.

Die Jugendlichen folgen in ihrer Tätigkeit dem Leitspruch „Du willst im Team einstehen für Fairness? Gib Zivilcourage Dein Gesicht“. Sie werden sich für ein besseres Miteinander während der Beförderung mit dem Schulbus einsetzen.

Das Projekt wurde im Frühjahr 2011 durch den Zweckverband Verkehrsbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) ins Leben gerufen. Die regional ansässigen Verkehrsunternehmen Verkehrsbetriebe Wesermarsch (VBW) und Weser-Ems Busverkehr (WEB) sorgten in den vergangenen Wochen für eine vielfältige Ausbildung.

„Anfangs waren sie noch zurückhaltend, doch am Ende fast euphorisch. Sie freuen sich auf ihren ersten Einsatz. Busbegleiter sind definitiv notwendig“, bekräftigen die Trainer Gert Bohlen (WEB) und Hartmut Köhler (VBW), die es als Busfahrer schließlich wissen müssen.

Die beiden Unternehmen ließen engagierte Mitarbeiter zu Verhaltenstrainern ausbilden, die ihr Wissen in einer etwa 15-stündigen Ausbildung an die Schulbusbegleiter weitergaben. Auf einen Intensivtrainingstag von fünf Schulstunden folgten drei weitere kürzere und praxisnahe Einheiten. Jürgen Zimmer vom Polizeikommissariat begleitete die Ausbildung.

Hierbei sollten wirkungsvolle Methoden erlernt werden, um im Konfliktfall im Bus schlichtend eingreifen zu können. Es wird besonders darauf geachtet, dass stets im Team gearbeitet wird und sich niemand in Gefahr begibt. „Das ist wichtig, denn nur gemeinsam können wir auch etwas gegen ältere Schüler bewirken“, glauben Michelle, Christine, Marieka, Thalke (alle 13 Jahre) und Keri (12).

Die Ausbildung richtet sich an freiwillige Fahrschüler ab der 8. Klasse. Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind wichtige Voraussetzungen. Ein regelmäßiger Austausch mit den betreuenden Lehrkräften soll die Nachhaltigkeit stützen und einen Erfahrungsaustausch ermöglichen.

Die Arbeit als Schulbusbegleiter fördert die Teamfähigkeit, sicheres Auftreten und positive Kommunikation. „Ich habe dieses Projekt von Beginn an begleitet und habe Hochachtung für die Schüler“, betonte BBS-Schulleiter Artur Post zur Begrüßung. Christof Herr, Geschäftsführer der ZVBN, nannte das freiwillige Engagement „alles andere als selbstverständlich“, und Landrat Michael Höbrink hob die Bedeutung dieses wichtigen Themas hervor. Ein sicherer Weg zur Schule trage zur Beruhigung der Eltern bei.

Eine Fortsetzung des Projekts im kommenden Jahr ist geplant.

 
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