
(Bild, Artikel und Video: Martin Thaler, NWZonline)
Jugendliche Busbegleiter ziehen positive Bilanz über ihre neue Aufgabe. Im Herbst waren die Schüler ausgebildet worden. Ihre Arbeit soll in Zukunft stärker koordiniert werden.
Brake - Die ersten Erfahrungen stimmen durchaus positiv: „Wir haben mehrfach Schüler ermahnt, die den Bus verschmutzt haben. Die haben dann ihren Müll eingesammelt und wieder mitgenommen“, berichtet ein Schüler der BBS. „Auch einer Frau mit Kinderwagen konnten wir aus dem Bus helfen.“ Und auch einem älteren Herrn konnte mit seinem Rollator geholfen werden. „Man achtet schon aufmerksamer auf das Verhalten der anderen“, lautet die übereinstimmende Meinung unter den Schülern.
Es sind erste Erfolge, die die 22 Jugendlichen auf ihrem ersten gemeinsamen Treffen seit ihrer Ausbildung zu berichten haben. Im Herbst hatten sich die Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums, der Haupt- und Realschule sowie der Berufsbildenden Schulen in einem Projekt des Zweckverbandes Verkehrsbund Bremen/ Niedersachsen zu Schulbusbegleitern ausbilden lassen (die NWZ berichtete). Ihre neue Aufgabe: Gedränge, Ärger und Streit zwischen Schülern und Sachbeschädigungen im Bus zu verhindern sowie Jüngeren bei Schikanen durch ältere Schüler zu helfen. Seitdem hat sich das alltägliche Chaos im Schulbus zumindest zum Teil gebessert. Nicht nur nach Ansicht der Schüler. „Ich bin immer richtig stolz zu sehen, wie sie sich einsetzen“, erklärte Busfahrer Hartmut Köhler, der zudem als Verhaltenstrainer half, die Schüler auszubilden.
Video: Schulbusbegleiter verzeichnen erste Erfolge
Doch trotz der erzielten Erfolge sind einige Unsicherheiten geblieben. „Was mache ich bei Gedränge? Die Schüler zu ermahnen, bringt da einfach nichts“, erklärt die 13-jährige Christine. Auch wenn beispielsweise jüngere Schüler an den Haltestellen aus Spaß mit Stöcken kämpften, wüssten viele nicht, wie sie mit dieser Situation umzugehen haben.
Auch von Seiten der Lehrerschaft wurde auf ein Problem hingewiesen: „Die Busbegleiter agieren zumeist alleine“, erläuterte Gymnasiallehrerin Petra Gerdes. „Manchmal kommen allerdings Eltern zu uns und verweisen auf Probleme in manchen Bussen. Da ist für uns dann extrem aufwendig, den entsprechenden Busbegleiter, der auf dieser Linie unterwegs ist, zu finden.“
Dieser Missstand soll nun durch regelmäßige gemeinsame Treffen behoben werden. „Wir wollen das besser koordinieren“, sagt Petra Gerdes. Generell sei aber zu sagen: „Die Ausbildung hat sich gelohnt.“ Auch im nächsten Schuljahr soll darum wieder nach neuen Busbegleitern gesucht werden. „Noch sind wir ganz am Anfang. Aber mit der Zeit wollen wir möglichst alle Bus-Linien abdecken können“, blickt Petra Gerdes schon einmal in die Zukunft.



